Deutsche Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität e.V.
Gastro-Haus - Olivaer Platz 7 - 10707 Berlin - Tel. 030. 31 98 31 50012 - www.neurogastro.de

Projekt GENIEUR

Das internationale Netzwerk GENIEUR-reloaded (The Genes in Irritable Bowel Syndrome Research Network Europe, www.GENIEUR.eu) hat sich zum Ziel gesetzt, genetische Faktoren (Genomik, Epigenomik, Mikrobiomik, Metagenomik), die zur Pathogenese des RDS und begleitend auftretender Erkrankungen beitragen, zu identifizieren.

 

Momentan wird der Verbund von der Europäischen Gesellschaft für Neurogastroenterologie (ESNM) unterstützt. Die Stärke dieses Netzwerkes liegt in der Interdisziplinarität. So arbeiten KollegInnen aus komplementären Disziplinen der Klinik, der Gastroenterologie, Psychiatrie, Ernährungsmedizin, Immunologie und Grundlagenwissenschaften wie Genetik, Epigenetik, Proteomik, Physiologie, Bioinformatik und Mikrobiologie Hand in Hand.

 

Bis jetzt haben sich GENIEUR über 80 Expertinnen und Experten aus 22 europäischen Ländern sowie Australien, Chile und den USA angeschlossen. GENIEUR ist die weltweit erste und einzige Initiative, die sich zum Ziel gesetzt hat, RDS-Patienten in einem länderübergreifenden Rahmen systematisch zu untersuchen, um Faktoren in der Pathogenese von RDS und dessen Komorbiditäten zu identifizieren.

 

GENIEUR Netzwerkmitglieder haben im letzten Jahr Schlüsselpublikationen im Feld verfasst und damit dazu beigetragen, dass das Journal Nature sich diesem Stiefkind der Medizin ein Nature-Outlook Format gewidmet hat (http://www.nature.com/nature/outlook/ibs/).


Die in GENIEUR aktiven Gruppen sammeln derzeit Blut-, Gewebe- und Stuhlproben und dokumentieren Patienten- und Kontrolldaten. Für dieses Ziel wird die weltweit erste RDS-Biobank eingerichtet. Ein eigens hierfür etabliertes Protokoll wird in allen Zentren im Rahmen der Patientenrekrutierung herangezogen, um möglichst einheitliche Bedingungen als Grundlage zu haben.

 

Erklärtes Ziel dieses ambitionierten Forschungsverbundes ist es, nicht nur genetische Varianten des humanen Genoms, sondern auch dessen epigenetischen Markierungen und insbesondere das Mikrobiom und dessen Interaktion mit dem humanen Wirtsgenom sowie deren Beitrag zur Manifestation des RDS und komorbid auftretender Erkrankungen zu erforschen. Weiterhin sollen auch Umweltfaktoren, wie Stress, Trauma, Lebensstil und insbesondere Ernährung in einem integrativen Ansatz mit einbezogen werden.